Hufschutz bei Barhufpferden: 5 Praxis-Tipps
Barhuf zu gehen ist für viele Pferde die natürlichste und gesündeste Form der Hufbearbeitung. Doch nicht jedes Barhufpferd kommt in jeder Situation ohne zusätzlichen Schutz aus. Besonders im Gelände, beim Training auf harten Böden oder während der Umstellung von Eisen auf Barhuf können die Hufe empfindlich reagieren und benötigen einen Hufschutz.
Hier erfährst du 5 praktische Tipps, wie du dein Barhufpferd optimal unterstützen kannst – und wann ein Klebehufschutz die richtige Wahl ist.

1. Training langsam steigern
Die Umstellung auf Barhuf oder die Arbeit ohne zusätzlichen Schutz erfordert Geduld. Viele Besitzer erwarten, dass ihr Pferd sofort alle Strecken und Trainingsbelastungen problemlos bewältigt – doch die Hufe brauchen Zeit, um sich anzupassen.
Beim Barhufgehen passt sich das Hornwachstum an die Beanspruchung an. Wird ein Pferd direkt nach der Eisenabnahme über lange, harte Böden oder steiniges Gelände gearbeitet, kann es schnell fühlig laufen. Um dies zu vermeiden, solltest du:
- die Dauer und Intensität der Einheiten schrittweise erhöhen,
- anfangs weichere Untergründe bevorzugen (z. B. Sand- oder Waldboden),
- kurze Strecken über Asphalt oder Schotter gezielt einbauen, damit der Huf lernt, sich zu festigen.
Es gilt: Qualität vor Quantität. Lieber mehrere kurze Einheiten auf wechselnden Untergründen als zu schnell zu viel. Geduld in dieser Phase zahlt sich langfristig mit stabilen und belastbaren Hufen aus.
2. Auf den Untergrund achten
Nicht jeder Boden ist für Barhufpferde gleich gut geeignet. Während Waldböden, Wiesen oder sandige Reitplätze meist problemlos zu laufen sind, können harte oder ungleichmäßige Böden wie Schotterwege, Kopfsteinpflaster oder gefrorener Boden schnell zur Herausforderung werden.
Beobachte dein Pferd genau: Läuft es auf bestimmten Untergründen zögerlich, kürzer oder zeigt es Abwehrverhalten, ist das ein klares Zeichen für Überlastung. Statt das Pferd „durchzuziehen“, solltest du die Trainingsplanung anpassen.
Praktische Tipps:
- Geländeauswahl bewusst treffen: Plane Runden so, dass empfindliche Böden nur kurz gestreift werden.
- Abwechslung einbauen: Unterschiedliche Untergründe trainieren den Hufmechanismus und fördern die Durchblutung.
- Klebeschutz gezielt einsetzen: Wenn bestimmte Untergründe dauerhaft Probleme machen, kann ein temporärer Klebebeschlag wie der OKIE® Hufschutz helfen. Er bietet Schutz genau dann, wenn er gebraucht wird, ohne den Huf dauerhaft einzuschränken.
Ein durchdachtes Bodenmanagement ist einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Barhufe.
3. Regelmäßige Hufbearbeitung
Ein gleichmäßig bearbeiteter Huf trägt entscheidend zur Stabilität und Belastbarkeit bei. Gerade Barhufpferde profitieren von kurzen Intervallen bei der Hufpflege (meist alle 4–6 Wochen).
Oft wird gedacht: „Wenn ich den Huf länger nicht bearbeiten lasse, wächst mehr Material nach – das ist besser.“ In der Praxis führt das aber häufig zu Problemen. Denn je länger die Bearbeitung hinausgezögert wird, desto mehr Hebel und Fehlstellungen entstehen. Der Huf wächst dann nicht gleichmäßig, sondern entwickelt einseitige Belastungen, die wiederum zu Ausbrüchen, Rissen oder Verspannungen im Bewegungsapparat führen können.
Regelmäßige Bearbeitung simuliert den natürlichen Abrieb, den Wildpferde auf langen Strecken hätten. So kann der Huf Schritt für Schritt in eine balancierte, gesunde Form gebracht werden. Mit der Zeit ist er dann stabil genug, sich auch von selbst in dieser Form zu halten – ohne dass er nach langen Abständen wieder grob in eine Form „gepresst“ werden muss. Für das Pferd bedeutet das weniger radikale Umstellungen und mehr Kontinuität im Bewegungsablauf.
4. Pflege von innen und außen
Ein gesunder Barhuf entsteht in erster Linie von innen heraus: Eine ausgewogene Ernährung mit allen notwendigen Mineralstoffen ist entscheidend für die Hornqualität. Schwaches oder brüchiges Horn lässt sich durch Pflegeprodukte von außen kaum dauerhaft verbessern, sondern muss über den Stoffwechsel wachsen.
Pflegeprodukte können dennoch unterstützend wirken – aber mit Bedacht. Häufig wird Huföl oder -fett auf die Hufwand gestrichen, in der Hoffnung, das Horn geschmeidig zu halten. In Wahrheit verschließen diese Mittel jedoch die Oberfläche, sodass kaum noch Feuchtigkeit eindringen kann. Dabei ist Wasser essenziell, damit der Huf elastisch bleibt. Ein Übermaß an Öl oder Fett kann also eher nachteilig wirken.
Es gibt jedoch spezielle Produkte, die gezielt auf die Sohle aufgetragen werden und dort eine gewisse Stabilisierung bieten. Diese können in Phasen, in denen der Huf stark beansprucht wird, hilfreich sein, um den Barhuf etwas zu unterstützen. Wichtig ist aber immer: Solche Maßnahmen sind Ergänzungen und ersetzen weder gute Haltung noch eine gesunde Ernährung.
Saubere, trockene Stallbedingungen bleiben die Basis, um Strahlfäule und weiches Horn zu vermeiden. Damit die Pflege wirkt, muss der Huf regelmäßig gründlich ausgekratzt und kontrolliert werden.
5. Unterstützender Hufschutz bei Bedarf
Auch Barhufpferde brauchen manchmal zusätzliche Unterstützung – sei es bei langen Ritten, sportlicher Belastung oder wenn die Hufe sehr empfindlich reagieren. In solchen Situationen ist es sinnvoll, rechtzeitig nachzuhelfen, anstatt das Pferd durch Schmerzen oder Schonhaltungen zu überlasten.
Ein Klebebeschlag wie der OKIE® Hufschutz bietet hier die beste Lösung:
- Er schützt die Hufwand, ohne durch Nägel zusätzliche Schäden zu verursachen.
- Er kann zeitlich begrenzt eingesetzt werden, z. B. nur für die Turniersaison oder eine längere Geländesaison.
- Er unterstützt den Hufmechanismus, anstatt ihn dauerhaft einzuschränken.
- Er lässt sich problemlos wieder entfernen, wenn das Pferd auch ohne zusätzlichen Schutz klar kommt.
So bleibt die Grundidee „Barhuf“ erhalten, während das Pferd in Phasen mit höherer Belastung dennoch komfortabel und schmerzfrei laufen kann.
Fazit
Barhuf ist eine gesunde Basis – aber nicht immer die alleinige Lösung. Mit dem richtigen Training, Pflege und gegebenenfalls temporärem Hufschutz kannst du dein Barhufhperd optimal unterstützen. So bleibt dein Pferd auch ohne genagelte Eisen gesund und leistungsfähig.
