Klebebeschlag: Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Ein Klebebhufschutz ist eine moderne und schonende Lösung zum traditionellen Eisenbeschlag. Damit er zuverlässig hält und dem Pferd wirklich hilft, müssen jedoch einige Dinge beachtet werden. Fehler bei der Vorbereitung, beim Anbringen oder in der Pflege führen schnell dazu, dass der Beschlag sich löst oder das Pferd Probleme bekommt.
In diesem Artikel erfährst du die häufigsten Fehler beim Klebehufschutz – und wie du sie mit ein paar einfachen Schritten vermeiden kannst. So bleibt dein Pferd geschützt und der Huf in gesunder Balance.

1. Unzureichende Vorbereitung des Hufs
Einer der häufigsten Fehler ist eine ungenaue Vorbereitung. Der Huf muss sauber, trocken und fettfrei sein – sonst hält der Kleber nicht. Viele unterschätzen, wie wichtig jeder dieser Schritte ist:
- Feuchtigkeit: Nasse Stellen auf der Hufwand verhindern die Haftung. Die Hufwand sollte vor dem Kleben vollständig abgetrocknet werden. Es ist jedoch kein Problem, wenn die Hufe zuvor gewässert wurden oder frisch aus dem Matsch kommen, solange sie später zum Kleben wieder trocken sind (dies passiert automatisch während der Hufbearbeitung)
- Fett- oder Ölreste: Huföl oder Pflegemittel bilden eine unsichtbare Schicht, auf der der Kleber nicht haftet. Deshalb darf vor dem Kleben mindestens 14 Tage kein Öl/Fett verwendet werden.
- Oberflächenstruktur: Grobe Raspelspuren oder zu glatte Flächen sind gleichermaßen ungünstig. Ideal ist eine gleichmäßig angeraute Oberfläche, die den Kleber mechanisch verankert.
👉 Tipp: Den fertigen Huf mit Schleifpapier nachbearbeiten und auf sauberen, gleichmäßigen Abrieb achten. Hierfür eignet sich ein 80er bis 120er Schleifpapier oder eine entsprechnede Fächerscheibe für die Mini-Flex.
2. Falsche Kleberwahl oder Verarbeitung
Nicht jeder Kleber ist für jeden Einsatzzweck gleich geeignet. Ein häufiger Fehler ist die Verwendung von ungeeigneten Klebstoffen oder falsche Entfetter.
- Falscher Klebertyp: Kleber für Kunststoff, Metall oder Haushalt hält nicht zuverlässig auf Horn. Nur dafür entwickelte Spezialkleber sind sicher. Diesen findest du in unserem Shop.
- Verarbeitungszeit: Manche Kleber härten extrem schnell aus – wer zu langsam arbeitet, riskiert eine instabile Verbindung. Andere brauchen längere Aushärtungszeit und dürfen in dieser Zeit nicht belastet werden.
- Temperatur und Umgebung: Zu kalt oder zu feucht? Beides verändert die Reaktion des Klebers.
- Falscher Entfetter: Acetonhaltige Substanzen schaden der Klebeverbindung, nur Isopropanol oder Reinigungsbenzin eignen sich zum entfetten.
👉 Tipp: Immer die Herstellerangaben genau beachten und die Klebung in einer ruhigen, vorbereiteten Umgebung durchführen.
3. Fehlende Ruhe während des Aushärtens
Viele Pferdebesitzer sind ungeduldig – doch der Klebebeschlag braucht seine Zeit. Wenn das Pferd direkt nach dem Aufbringen auf hartem Boden trabt oder gar geritten wird, kann sich der Beschlag unter umständen wieder lösen.
- Mindestens 24 Stunden sollte das Pferd keine größere Belastung wie Reiten, Springen oder Galopparbeit haben.
- Normaler Alltag im Offenstall oder auf dem Paddock ist unproblematisch, solange keine extremen Belastungen auftreten.
👉 Tipp: Plane die Klebung so, dass das Pferd danach einen Tag Ruhe hat.
4. Unpassende Passform des Beschlags
Auch der beste Kleber kann einen unpassenden Beschlag nicht ausgleichen. Wenn der Hufschutz oder die Laschen nicht exakt sitzen, entstehen unnötige Belastungen oder sogar Verletzungen. Der Beschlag kann sich so auch schneller lösen.
- Zu groß: Der Huf „schwimmt“ auf dem Beschlag. Dadurch werden die Klebelaschen übermäßig beansprucht, reißen schneller und der Beschlag kann durch die Rutschbewegungen des Hufs leichter verloren gehen
- Zu klein: Der Huf wird eingeengt. Es entsteht starker Zug auf den Laschen, den diese nicht lange aushalten können – der Beschlag löst sich frühzeitig
- Zu lang: Steht der Beschlag hinten über, kann das Pferd ihn leichter abtreten. Das birgt Verletzungsgefahr
- Zu kurz: Zwar hält der Beschlag meist, doch der hintere Teil des Hufs bekommt keine Unterstützung mehr. Dadurch entsteht eine Überlastung, die langfristig die Huf- und Pferdegesundheit beeinträchtigen kann
👉 Tipp: Passform immer sorgfältig prüfen und den Beschlag exakt an den Huf und die Situation anpassen.
5. Pflege und regelmäßige Kontrolle
Ein Klebebeschlag braucht nicht nur beim Anbringen Sorgfalt, sondern auch während der Tragezeit Aufmerksamkeit.
- Feuchtigkeit sicherstellen: Bei anhaltender Trockenheit (z. B. im Sommer) sollten die Hufe regelmäßig gewässert werden. Das ist nicht nur für die allgemeine Hufgesundheit wichtig – auch der Kleber benötigt eine gewisse Feuchtigkeit, um die Verbindung stabil zu halten. Sind die Hufe über längere Zeit zu trocken, kann die Klebeverbindung spröde werden und aufbrechen.
- Gelöste Laschen sofort korrigieren: Sollte sich einmal eine Lasche lösen, muss sie schnell wieder ordnungsgemäß befestigt werden. Bleibt sie lose, verteilen sich die Kräfte ungleichmäßig auf die übrigen Laschen und der gesamte Beschlag kann sich ablösen.
- Regelmäßige Bearbeitung: Ein Pferd mit Klebebeschlag hat keinen natürlichen Abrieb mehr. Damit die Hufe in Balance bleiben und der Beschlag optimal sitzt, ist eine regelmäßige Hufbearbeitung unverzichtbar. Es geht dabei nicht darum, dass der Beschlag nicht lange hält, sondern darum, die Hufform gesund zu erhalten und die Passform dauerhaft zu sichern.
👉 Tipp: Plane feste Intervalle (Erfahrungssgemäß sind 4-6 Wochen optimal) für die Kontrolle und Bearbeitung deiner Pferdehufe ein – so hält der Klebebeschlag zuverlässig und das Pferd bleibt dauerhaft in Balance.
Fazit
Der Klebebeschlag bietet eine schonende Alternative zum traditionellen Hufschutz – aber nur, wenn er fachgerecht angebracht und gepflegt wird. Mit sorgfältiger Vorbereitung, der richtigen Materialwahl und regelmäßiger Kontrolle vermeidest du typische Fehler und sorgst dafür, dass dein Pferd dauerhaft von den Vorteilen profitiert.
